Samstag, 13. Juli 2013

Highlights der letzten Wochen

So ihr Lieben,

jetzt habe ich schon lange nichtsmehr von mir hören lassen. Aber keine Sorge, hier ist weiterhin alles Bestens. Nur geht die Zeit gerade einfach viel zu schnell vorbei. Ich kann es gar nicht glauben, dass mein Freiwilligendienst bald schon vorbei sein soll.
Aber ihr wollt jetzt bestimmt wissen, was in letzter Zeit so alles passiert ist.
Die letzten Monate habe ich vor allem gearbeitet. Man könnte jetzt sagen, dass das nichts Spannendes ist, aber ich habe es trotzdem sehr genossen, Zeit mit den Kids, den Lehrern und den Mamas zu verbringen. Hier ein paar Highlights der letzten Wochen:

Meine Zwerge ganz groß: Día del Inicial (Tag des Kindergartens)
Am 25. Mai war der Día del Inicial, an dem die Kids ihren Kindergarten gefeiert haben. Und da ich ja in beiden Schulen die Kindergartenkinder unterrichte, war ich voll mit dabei.
In La Mansión unterrichte ich ja nur die 5-jährigen. Zur Feier ihres Kindergartens sind wir durch La Mansión gezogen. Da ich so von dem Umzug überrascht wurde hatte ich natürlich keine Kamera dabei. Aber stellt euch vor: Eine Horde von 30 Kindern mit Kindergärtnerin und mir zog eines Tages mit Schildern („Amo mi jardín“ [Ich liebe meinen Kindergarten], „Viva la educación inicial“ [Es lebe die Vorschulbildung]) und selbstgebastelten Trommeln (Blechdosen auf denen mit Stäbchen wild rumgeklopft wurde) bewaffnet durch La Mansión. Da mussten sogar die Combis (Busse) anhalten und reihten sich durch wildes Hupen in das Durcheinander ein (sie müssen pünktlich am Ziel ankommen, sonst müssen sie Strafe zahlen – da kann keine Rücksicht auf den Tag des Kindergartens genommen werden).
Auch in Villa Independiente wurde dieser Tag gefeiert. Hier kamen einige Kinder sogar verkleidet. So wurde der Umzug sogar noch bunter und es ging mit Schneewittchen, einem tapferen Ritter, einigen Prinzessinnen und wer sonst noch dabei war, los. Da der Kindergarten in VI aufgrund der geringeren Schülerzahl alles von zwei bis fünf Jahren umfasst, wurde kein Umzug veranstaltet, sondern nur für Fotos gepost.
Also hatten meine Zwerge ihren großen Tag. Und sooft sie mich auch zur Verzweiflung bringen (wie soll ich bitte Kindern, die die Farben nichtmal auf Spanisch kennen, jene auf Englisch beibringen???!? Oder: „Malt den Apfel bitte rot an.“ Am Schluss bekomme ich blaue, pinke, orange, braune, etc. Äpfel – Äpfel in allen Farben NUR EBEN NICHT ROT!), sind sie doch zuckersüß. :)

Na, wer findet mich? ;)

Día del Maestro (Tag des Lehrers)
Hier in Peru hat irgendwie jeder seinen Tag („Día del Ingeniero“ – Tag des Ingenieurs, „Día del Medio Ambiente“ –Tag der Umwelt, „ Día del Niño“ – Tag des Kindes, … um nur ein paar wenige zu nennen). Und so eben auch die Lehrer, die jedes Jahr am 6. Juli ihren großen Tag haben.
Zur Feier ihrer Lehrer studieren die Schüler ein Gedicht, ein Lied, einen Tanz o.ä. ein und dann gibt es an der Schule eine kleine Feier.
So auch in La Mansión und in Villa Independiente. Ich würde euch jetzt gerne Bilder zeigen oder von den Feiern berichten, aber ich habe den Tag des Lehrers leider im Bett gefeiert. Auch wenn der peruanische Winter bei weitem nicht mit dem deutschen vergleichbar ist, habe ich dann doch den kalten Wind und die „Kälte“ unterschätzt und wurde krank.
Zum Glück durfte ich mich dann einen Tag länger erholen, denn als Geschenk bekommen die Lehrer einen Tag frei, die Schule wird also einen Tag lang geschlossen.

Einen kleinen Ausbruch aus dem Arbeitsalltag habe ich dann doch unternommen: Es ging nach La Paz. Aber dazu im nächsten Blogeintrag mehr (ich hoffe, der lässt nicht so lang auf sich warten ;) ).

Un fuerte abrazo,
eure Anne

Sonntag, 19. Mai 2013

Der Comedor zieht um (Teil 2)

Nein, keine Sorge, wir sind nicht schon wieder umgezogen. Hier kommen nur - wie versprochen - ein paar Bilder zum Umzug am 27. März ;)

Liebe Grüße aus Arequipa,
eure Anne

alles wurde in Schubkarren verpackt und in den neuen Comedor transportiert

unsere fleißigen Helfer beim Bänke tragen

geschafft.. der neue Comedor

Mittwoch, 15. Mai 2013

Eine Woche im Zeichen der Mutter

 Überall sieht man Herzen, Bilder von Müttern mit Kindern, Banner mit der Aufschrift „Feliz día mamá“ etc. und einem wird klar: Bald ist Muttertag. Auch in den beiden Schulen, in denen ich arbeite, drehte sich letzte Woche alles um die Mama.
Deshalb wurde ich in letzter Zeit auch sehr oft gefragt, ob ich Mama bin. ;) (Das wurde ich davor auch schon, aber je näher der Muttertag kam, desto häufiger kam auch diese Frage.)
In Villa Independiente wurde schon seit Wochen in jeder Klasse ein Tanz eingeübt und in La Mansión wurde fleißig gebastelt, Gedichte und Theaterstücke eingeübt, getanzt, gesungen etc.
Ihr merkt vermutlich, dass der Muttertag hier sehr groß gefeiert wird. In jeder Schule gibt es eine große Muttertagsfeier, zu der die Mütter eingeladen sind.
Ich habe in dieser Woche auch kein Englisch unterrichtet, sondern wir haben die Deko für die Muttertagsfeier gebastelt und für die Mamas kleine Kärtchen.


Am Donnerstag war dann die Muttertagsfeier in Villa Independiente.
Jede Klasse sollte für die Mütter einen Tanz vorführen. Dafür wurden extra Kostüme ausgeliehen und die Kids kamen sehr schick zur Schule – sogar die Kindergartenkinder waren geschminkt.
Als es dann ans Umziehen ging, mussten alle ran. Hier etwas zubinden, dort Schuhe anziehen – wie bei einer Modenschau ;)
Und dann ging es los: Zuerst wurde die „policia escolar“ (Schulpolizei) vereidigt, dazu kam ein Polizist an die Schule und alle „Schulpolizisten“ mussten ihre rechte Hand erheben und einen Schwur leisten. Ihr fragt euch jetzt sicherlich, was das denn soll, Schulpolizei?!?? Dazu am Ende sieses Blogeintrages mehr.
Danach durfte jede Klasse nach wochenlangem Üben endlich ihren Tanz vorführen. Und es war echt super!
Danach wurde ein "Drill" vorgeführt, eine Art Sport-Tanz, den der Sportlehrer mit allen Schülern eingeübt hatte und dann kam der Höhepunkt des Tages (-Trommelwirbel-): Englische Lieder! :)
Lara und ich singen ja mit den Kids im Unterricht auch Lieder und diese wollten wir den Müttern natürlich nicht vorenthalten :)
Aber seht selbst:´
Vereidigung der "policia escolar"
 
der Kindergarten mit Lehrerin in einer traditionellen Tracht aus dem Colca-Tal nahe Arequipa

die erste Klasse beim Tanzen
die sechste Klasse in selbstgebastelten Kostümen
die"wilden" Jungs der fünften Klasse ;)
die Direktorin, die fünfte Klasse, ihr Klassenlehrer, Lara und ich
drei Mädels aus der ersten Klasse und ich (keine Sorge, die komischen rot-pinken Flecken in meinem Gesicht sind nur Abdrücke von geschminkten Schüler-Lippen, die mir Küsschen gegeben haben ;) )
der Sportlehrer und die Schüler beim "Drill"
 

Am Schluss hat jede Mama noch ein kleines Geschenk und etwas zu essen bekommen und dann gings nach Hause.

Am Freitag stand dann die Muttertagsfeier in La Mansión auf dem Programm.
Hier gab es nicht nur Tänze, sondern alles von Gedichten über Lieder und Tänze bis zu kurzen Theaterstücken.
Auch hier hat jede Mama etwas zu essen bekommen.
Außerdem wurden in jeder Klasse zwei Päckchen verlost. Jedes Kind musste in der Woche vor der Feier etwas mit zur Schule bringen, ob ein Päckchen Reis, Nudeln, Streichhölzer, etc. – was man eben im Haushalt alles braucht. All dies wurde pro Klasse auf zwei Päckchen aufgeteilt, welche dann unter den Mamas verlost wurde.
Auch diese Feier war sehr schön!

 

Mamas und Schüler versammelt

die erste Klasse beim Vortragen eines Liedes

die sechste Klasse beim Tanzen
die dritte Klasse ...
... und ihr Theaterstück

An dieser Stelle allen Mamas noch nachträglich FELIZ DIA - einen schönen Muttertag ;)


____________________________________

Schulpolizei und Co.

Hier in Peru werden zum Anfang des Schuljahres in jeder Klasse verschiedene Posten vergeben. Das ist vergleichbar mit dem Amt der Klassensprecher, Tagebuchdienst etc.
Nur wird in den meisten Klassen nicht gewählt, sondern der Lehrer bestimmt, wer welches Amt belegt. Es gibt von „policia escolar“ (Schulpolizei) über „cruz roja“ (Rotes Kreuz) bis hin zu „medio ambiente“ (Umwelt) fast alles.
Als diese Ämter vergeben wurden, kam eine Schülerin ganz glücklich zu mir hergerannt und meinte: „Señorita, Señorita, yo soy cruz roja!“ (Señorita, ich bin das rote Kreuz!) Und dann meinte sie etwas nachdenklicher: „Qué es cruz roja?“ (Was ist das rote Kreuz?).
Und schon so macht die Vergebung verschiedener Ämter Sinn. Die Kids, die ein Amt haben, sind sehr stolz darauf. Und die anderen sehen es Großteils als Anreiz, ihr Verhalten zu verbessern, um im nächsten Jahr vielleicht auch ein Amt zu bekommen.
Und die Ämter und Amtsinhaber werden wirklich respektiert! Wenn ein „Umwelt-Beauftragter“ einen Mitschüler auffordert, den Müll wegzubringen, dann wird das meist ohne Widerrede getan. Oder wenn der Lehrer aus der Klasse geht und die „Schulpolizei“ auffordert, für Ordnung zu sorgen, so laufen diese „Streife“ im Klassenzimmer und werden respektiert.
Außerdem gibt es auch ein „Municipio Escolar“, eine Art SMV, die jedoch nur aus sechs gewählten Schülern besteht.
Am Ende jedes Schuljahres bilden die Schüler 6er-Gruppen, die sich dann zur Wahl stellen. Untereinander wird dann schon ausgemacht, wer im Falle eines Wahlsieges welchen Posten einnehmen wird und dann stellen sich die Gruppen der Schülerschaft vor.
Ein Schultag ist dann Wahltag. Jedes Kind muss mit einer Kopie seiner DNI (Ausweis) kommen und kann dann für eine der Gruppen seine Stimme abgeben.
Die Gruppe mit den meiste Stimmen gewinnt und ist das neue „Municipio Escolar“, vertritt also im kommenden Schuljahr die Interessen der Schülerschaft. Der „Vorstand“ des „Municipios“ ist der „Alcalde“ (Bürgermeister), vergleichbar mit dem Schülersprecher.

Dienstag, 16. April 2013

Kurzgeschichten aus dem Leben einer Freiwilligen

Der Namenswahnsinn
Im Unterricht ruft es plötzlich „Mamii“ und auch im Comedor werde ich in letzter Zeit häufiger mit „Mami“ angesprochen. Während manche sich sofort verbessern, gibt es einige die es wiederholt sagen und einer antwortete auf den Hinweis seines Klassenkamerades, dass er mich gerade „Mami“ genannt hatte, ganz gelassen: „Na und, die Señorita könnte auch meine Mami sein, stimmts Señorita?!“
Ääähm... theoreeeetisch. Aber ich bin es nicht – bleiben wir lieber bei Señorita, Profesora, Maestra, Miss, Señorita de Inglés, Miss Anne, Annita, Anet, Ana, Any, Annecita oder einfach nur Anne.
Ja, mein Name führt nicht selten zu Verwirrung. Im Starbucks wird ja bekanntlich nach dem Namen gefragt, wenn man etwas bestellt und es ist jedes Mal aufs Neue ein Spaß, welcher Name dieses Mal auf meinem Becher stehen wird und v.a. wie man ihn aussprechen wird. Meine Freunde haben sich schon einen Spaß drauß gemacht, dass sie jedes Mal mich zum Bestellen schicken und dann wird gerätselt, was dieses Mal rauskommt.

Kids make the world go round
Kommt kürzlich ein Kind auf mich zu und meint „Señorita, schau mal, ich hab eine Taube!“ Komisch.. ich sehe nichts, okay dann fragen wir eben mal, wo sie denn die Taube hat. „In meinem Rucksack!“ „Waaas? Lass sehen!“ Die kleine macht den Rucksack auf und da liegt allen Ernstes eine Taube drin… aber tot. „Ich werde sie heilen.“ Sagt die Kleine, „Aber Ruth, die Taube ist tot. Die kannst du nichtmehr heilen!“ „Nein Señorita, die schläft nur.“ 

Verrückte Welt
Am Montag habe ich mit meinen 6. Klässlern das erste Examen geschrieben. Ja ihr hört richtig, ich schreibe Examenes. Ratet mal warum… Weil die Kids es wollen!
Ja, ihr hört richtig, die Kids wollen Examenes schreiben! Dasselbe gilt für die Hausaufgaben. Jede Englischstunde werde ich gefragt, was ich heute als Hausaufgabe aufgeben werde und wenn ich dann am Ende der Stunde etwas aufgebe, brechen die Kids in Jubelschreie aus. Verrückt oder?
Aber mir solls recht sein, wer hat denn nicht gerne so motivierte Schüler ;)
Zurück zum Examen. Es gab wirklich alle Typen von Schülern – manche haben wirklich gelernt und wussten fast alles, andere haben von ersteren abgeschrieben und nochmal andere haben ganz dreist ihr Heft auf dem Schoß gehabt und daraus abgeschrieben – aber mir entgeht nichts :D
Leider gab es auch welche, die sich keine Mühe gegeben haben und das leere Blatt abgegeben haben. Aber das kennt wohl jeder Lehrer.
Ein Schüler meinte sogar: “Señorita, kann ich das mitnehmen und dann machen wir es im Comedor zusammen?!“ Waas?! :D Ähm, nein, das machst du schön hier und allein…


Ihr seht, manchmal läuft hier alles drunter und drüber, aber mit etwas Humor klappt es doch immer irgendwie ;)
Solche Erlebnisse wie in den Kurzgeschichten geschildert machen es ja erst richtig spannend – und mit Kindern wird es einem eh nie langweilig :)
Ihr merkt sicherlich, dass mir die Arbeit immernoch richtig viel Spaß macht und ich mich sehr wohl fühle :)

Ich hoffe euch gehts auch gut ;)

Liebe Grüße aus Arequipa,
eure Anne

Mittwoch, 10. April 2013

Der Comedor zieht um...

Mitte März bekamen wir die Nachricht, dass die Besitzerin des Hauses, in dem sich der Comedor befand, ihr Haus umbauen möchte. Dort hatten wir das Erdgeschoss gemietet und darin befand sich der Comedor. Wir mussten also zum Ende des Monats umziehen..
Deshalb haben sich die Mütter fleißig auf die Suche nach möglichen Lokalen gemacht, die wir dann auch besichtigt haben. Zum Glück haben wir schnell was geeignetes gefunden.

Und am 27. März hieß es dann: Umzug.
Morgens um halb 10 gings los. Mit Schubkarren wurden Töpfe, Pfannen, Kisten etc. vom alten in den neuen Comedor transportiert. Alle haben angepackt, es wurden Regale ausgeräumt, geschleppt, geputzt, eingeräumt. Ein Regal mussten wir sogar auseinanderbauen und im neuen Lokal dann wieder zusammenbauen (ohne Ikea-Anleitung gar nicht so einfach :D).
Und das alles mit reiner Frauenpower! Ich war echt begeistert! Da wurde richtig schwer getragen, nicht einmal vor dem Kühlschrank sind die Mütter zurückgeschreckt. Ohne motzen haben sie alles von einem Ort zum anderen transportiert – teilweise sogar mit Kind auf dem Rücken. In anderen Fällen wurde das Babytragetuch kurzfristig umfunktioniert, um Lasten tragen zu können.
Echt klasse!
Als dann die Kids zum Essen kamen, hatten wir plötzlich einen Berg übereifriger Helfer. „Señorita, darf ich helfen?“ Deshalb hatten wir fleißige Bänke-Träger, Regalputzer, Schrauben-Reicher, Regalaufbau-Helfer etc. was uns echt einiges erleichtert hat.
Und so ist der Comedor mit vereinten Kräften umgezogen.

Inzwischen sind wir seit über einer Woche im neuen Lokal, haben uns auch schon eingerichtet und es läuft sehr gut. Und da der neue Comedor näher an der Schule liegt, kommen auch immer mehr neue Kinder :)

 
P.S. Ich würde euch gerne Bilder vom Umzug und vom neuen Comedor hinzufügen, habe aber leider gerade kleine technische Probleme. Die Bilder werden aber nachgereicht – versprochen! ;)

Samstag, 16. März 2013

Warum ich mir innerhalb von zwei Stunden fünfmal die Zähne geputzt habe

Wie im letzten Blogeintrag schon angekündigt, gibt es dieses Jahr eine Neuerung an der Schule Villa Independiente: Wir putzen uns die Zähne.
Die Kids dort bekommen täglich ein Schulfrühstück und in Zukunft werden danach die Zähne geputzt.
Dazu wurden am Robert-Bosch-Gymnasium in Langenau, der Partnerschule der Grundschule hier, Zahnbürsten und Zahnpasta gesammelt: Laras und meine Eltern haben diese dann bei ihrem Besuch mitgebracht.
Nun kann es also losgehen: Letzten Donnerstag machten wir uns mit Zahnbürsten, Zahnpasta und Plakaten bewaffnet auf zur Schule.
Nach dem Schulfrühstück gingen wir von Klasse zu Klasse, um den Kids das Zähneputzen beizubringen.
Zuerst haben wir mit einem kleinen Theaterstück erklärt, warum es wichtig ist, die Zähne zu putzen.
Dann haben wir die Bewegungen trocken (ohne Wasser und Zahnpasta) erklärt und sind danach ans Waschbecken um die Zähne zu putzen.
Ich ging natürlich mit gutem Beispiel voran und hatte somit am Ende fünfmal meine Zähne geputzt (plus unzählige Trockenübungen) :)
Leider mussten wir feststellen, dass viele Kinder nicht wissen, wie man seine Zähne richtig putzt, manche hatten in ihrem Leben noch keine Zahnbürste in der Hand. Kein Wunder, dass sie schlechte Zähne haben und es ihnen beim Essen wehtut.
Danke an alle, die dazu beigetragen haben, dass wir nun täglich mit den Kids die Zähne putzen können!
Eure Anne

 
Cómo cepillarse los dientes? - Wie putze ich mir die Zähne?
(danke an Judith und Sarah für die Vorlage ;) )
Diese Plakate hängen jetzt in jedem Klassenzimmer und am Waschbecken.


Erklärungen im Klassenzimmer

Zahnpasta drauf...

... und losschrubben!







 

Dann ausspucken ...


... und ausspülen - FERTIG! :)



Donnerstag, 14. März 2013

Schulanfang

Die Ferien sind vorbei – die Schule beginnt wieder! – Wirklich? – Sí, pero poco a poco. (Ja, aber erst nach und nach)
Mit dem Schulanfang wird es hier nämlich nicht so streng genommen. Am ersten Schultag waren nur etwas mehr als die Hälfte aller Schüler in La Mansión. Außerdem wusste man noch nicht genau, wie hoch die gesamte Schülerzahl denn genau sein wird, da die Eltern ihre Kinder erst nach und nach einschreiben.
La Mansión? – Ja , ihr habt richtig gelesen. Ich werde weiterhin an der Schule in La Mansión unterrichten. Aber von vorne.

Montag, 4.3.2013, 6 Uhr: Mein Wecker klingelt. Waaaas?! Schon aufstehen?! Ja, denn es ist Schulanfang.
Nach dem ersten Schock hat mich dann doch die Vorfreude aus den Federn getrieben.
Wie ich euch berichtet habe, habe ich im November und Dezember probeweise in La Mansión an der Schule Englisch unterrichtet und da meine Erfahrung dort großteils positiv war, werde ich dieses Jahr schwerpunktmäßig in La Mansión unterrichten.
Vielleicht erinnert ihr euch auch, dass ich nicht von allen Lehrern mit offenen Armen empfangen wurde. Da es in der Vergangenheit einen Konflikt zwischen dem Projekt und dem ehemaligen Rektor der Schule gab und dieser einige Informationen falsch weitergeleitet hat. Deshalb waren einige Lehrer misstrauisch.
Das war auch der Grund, weshalb ich am Montag mit leichtem Bauchgrummeln aus dem Haus ging – ja, ich war nervös. Ich möchte dieses Jahr alle Klassen im Fach Englisch unterrichten und dazu brauchte ich die Erlaubnis der Lehrer.
Mission Impossible? – Nothing is impossible!
Und tadadadaaaaa: Ich darf alle Klassen unterrichten und die Lehrerinnen des Inicial (Kindergarten, in Peru ist der Kindergarten in drei Klassen aufgeteilt: Kinder mit 3, 4 und 5 Jahren. Und sie werden schon etwas unterrichtet) haben mich gefragt, ob ich nicht auch noch ihre Kids unterrichten könnte.
Super, ich mache mir Sorgen, ob mich die Lehrer unterrichten lassen und muss dann letztendlich auswählen, wen ich unterrichte.
Ich habe mich so entschieden: Klasse 4-6 jeweils 90min pro Woche, Klasse 1-3 und den Inicial für die 5-jährigen jeweils 45min pro Woche. Den Inicial für die 4- und 3-jährigen werde ich nicht unterrichten.
Ich bin in Zukunft also drei Tage pro Woche in La Mansión an der Schule (Mo – Mi). Nach der Schule gehe ich direkt mit den Kindern in den Comedor und werde auch wieder Mittagsbetreuung anbieten.
Donnerstags wird mein einziger Tag an der Schule Villa Independiente sein. Ich werde die erste und zweite Klasse, sowie auch den Inicial (wegen der geringen Schülerzahl gibt es in Villa Independiente nur einen Inicial) unterrichten und wieder Schwimmunterricht geben.
Freitags bin ich dann wie gewohnt nur im Comedor.

Soviel zu meinem Stundenplan, jetzt zum Schulanfang in Peru.
Man könnte es eigentlich mehr als Schulanfangs-Woche bezeichnen. Denn es dauert wohl etwa eine Woche, bis alle zur Schule kommen.
Deshalb kann in der ersten Woche auch noch keiner genau sagen, wie viele Schüler in jeder Klasse sein werden.
Doch an was liegt das? Zum einen muss man in Peru die Kinder jedes Jahr aufs Neue einschreiben – und jedes Jahr kostet das. Manchen fehlt dazu eventuell das Geld. Außerdem herrscht hier allgemein die Meinung, dass man in der ersten Schulwoche sowieso nichts arbeitet. Deshalb schicken die Eltern ihre Kinder erst nach und nach zur Schule.
Und siehe da, nach einer Woche waren dann doch tatsächlich fast alle Schüler da.

Neuerungen 2013: Wir putzen Zähne :)
Wir fangen jetzt mit den Schülern an der Schule Villa Independiente an Zähne zu putzen.
Die Kids dort bekommen ein Schulfrühstück und danach wird ab jetzt geschrubbt :)
Dank Zahnbürsten und Zahnpasta, die am Robert-Bosch-Gymnasium in Langenau (Partnerschule von Villa Independiente) gesammelt wurden und von Laras und meinen Eltern nach Peru transportiert wurden (inklusive Bescheinigung, dass das eine Spende sei und kein Zahnbürstenschmuggel), können wir das Projekt endlich beginnen.

Danke an alle, die Zahnbürsten oder Zahnpasta gespendet haben!!!!

Ich halte euch auf dem Laufenden ;)

Un abrazo desde Arequipa (eine Umarmung aus Arequipa),
eure Anne